11.09.2019
14:00 - 17:15 heures / Bern

Kurs 18 Loverboys

sind rücksichtslose Menschenhändler!

„Loverboys“ sind Zuhälter (oft selbst noch Teenager), die minderjährigen Mädchen erst einmal die große Liebe vorgaukeln. Meist läuft dies über Chatrooms in den Sozialen Medien. 

Erst schläft der Loverboy mit dem Mädchen, macht es dann systematisch von sich abhängig und sondert es zunehmend von Freunden und Familie ab. Ist diese Abhängigkeit erst einmal erreicht, kann der Zuhälter vom 
Mädchen fast alles verlangen. Minderjährige Schweizermädchen sind zunehmend betroffen. Das zeigen die Meldungen, die über die Nationale Meldestelle von ACT212 eingehen. 

Die Schulung beleuchtet den Mechanismus der „Loverboy-Masche“, die Identifikationsmerkmale der Opfer und Täter. Wie lernen mehr über die starke Abhängigkeit der Betroffenen und welche rechtlichen Schritte in der der Schweiz angewendet werden können.
 

Die «Loverboy-Masche» – Identifikationsmerkmale der Opfer und Täter

Inhalt: Loverboys benutzen bestimmte Strategien um Opfer in ihre Fänge zu locken. Wir lernen diese Strategie anhand der eingegangenen Fälle kennen und aufgrund welcher Merkmale Opfer und Täter besser identifiziert werden können. 


Teil 1: Abhängigkeit der Opfer besser verstehen Inhalt: 
Wie funktionieren Abhängigkeitsmechanismen im Bereich «Loverboy»? Wie gelingt es den Tätern insbesondere, Jugendliche so zu manipulieren, dass diese sich prostituieren und zugleich ihre Loyalität aufrechterhalten? 
Referentin: Monica Lutz, Beraterin │ Sozialarbeiterin |MAS Systemische Beratung LANTANA Fachstelle Opferhilfe bei sexueller Gewalt 

Teil 2: Die Rechte des Opfers und die Klippen des Verfahrens Inhalt: Beim Phänomen «Loverboy» handelt es sich um Abhängigkeitsverhältnisse, gekennzeichnet durch ein Machtgefälle und Ausbeutung. Deren Auflösung ist schwierig und die strafrechtliche Aufarbeitung erweist sich als äusserst anspruchsvoll, erfolgt doch der Beweis in der Regel mithilfe der Aussagen des Opfers. Dabei ist das Vertrauen in die involvierten Personen zentral. Im Beitrag geht es um eine verständliche Darstellung des Verfahrens von der Feststellung der Ausbeutung bis zur Hauptverhandlung vor Gericht gegen den Täter. 
Referent: Dr. iur. Peter Rüegger, Beratung und juristische Supervision 

Moderation: Irene Hirzel, Geschäftführerin ACT212