Loverboy

Ein kurioser Name für ein brutales Geschäft.

«Loverboys» sind Menschenhändler und Zuhälter (oft selbst noch Teenager), die minderjährigen Mädchen erst einmal die grosse Liebe vorgaukeln. Meist läuft dies über Chatrooms in den sozialen Medien. Die Mädchen bekommen anfänglich Geschenke und Zuwendung und verlieben sich. Der Loverboy macht sie systematisch von sich abhängig und sondert sie zunehmend von Freunden und Familie ab. Ist diese Abhängigkeit erst einmal erreicht, führt der Loverboy sein Opfer Schritt für Schritt in die Prostitution ein, macht Sexfilme mit ihr und verleitet sie dazu, Straftaten zu begehen. Sein Ziel ist es, möglichst viel Geld mit dem Mädchen zu verdienen. Das Alter der Opfer liegt zwischen 12–18 Jahren. Minderjährige Schweizer Mädchen sind betroffen.

Nina* ist 14 Jahre alt und hat die Schule gewechselt. Sie hat Stress mit den Eltern und verbringt zunehmend Zeit in Chatrooms. Dort lernt sie Luca* kennen, der sich als ihr Traumprinz ausgibt. Nina verliebt sich unsterblich. Sie beginnt eine intensive Beziehung zu Luca und verbringt ihre Zeit nur noch mit ihm. Wenige Wochen später verkauft Luca* sie an den ersten Freier in einem Hotelzimmer. Nina ist in eine Falle geraten, aus der sie alleine kaum wieder herauskommt.

Die Eltern von Nina rufen bei der Meldestelle an und werden mit einer Rechts- und Beratungsstelle für Jugendliche vernetzt. 

*Name anonymisiert
 

Wie erkenne ich ein Opfer?

Folgende Merkmale können ein Hinweis darauf sein, dass die Person in die Fänge eines «Loverboys» geraten ist. Viele Indikatoren könnten auch auf «normale» Teenager zutreffen und müssen deshalb in der Kombination betrachtet werden, vor allem, wenn sie im Zusammenhang mit einem neuen «Freund» stehen:

  • Ununterbrochenes Chatten und häufiges Ausgehen
  • Der Teenager verfügt plötzlich über viel Geld und teure Sachen
  • Viele Absenzen in der Schule, unstimmige Begründungen, schlechtere Noten
  • Verändertes Verhalten, Rückzug von Eltern und Freunden
  • Verändertes Aussehen: provokativ und sexy
  • Niedriges Selbstwertgefühl, Identitätskrise
  • Schmerzen im Unterleib, Blutungen, psychosomatische Beschwerden
  • Depressionen, Selbstverletzungen


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